Schröpfen (chinesisch „Ba Guan Fa”) ist eine sehr alte Behandlungsmethode,
die mit einfachen Mitteln kostengünstig durchführbar ist und damit ideal für die Anwendung in der Naturheilpraxis ist.
Zum Schröpfen wird mit Hilfe eines Schröpfkopfes auf einen örtlich begrenzten Bereich der Haut ein Unterdruck ausgeübt.
Die dazu nötigen Schröpfköpfe können aus verschiedenen Materialien hergestellt sein.
So gibt es Schröpfgeräte aus Kuhhörnern,
aus Bambus,
aus Glas (auch Trink- oder Marmeladengläser),
Gummi (sogar eine Abflußsaugglocke ist brauchbar) und relativ neu aus Kunststoffen.
Schröpfen hilft meiner Ansicht nach in erster Linie bei entzündlichen und funktionellen Beschwerden.
Unterschieden werden grundsätzlich zwei Schröpfmethoden:
- Trockenschröpfen und
- Blutiges Schröpfen.
Schröpfen kann auch sehr gut mit „
Gua Sha”
dem trockenen Reiben kombiniert werden.
Gua Sha bzw. die Münzmassage
kann insbesondere auch noch an Stellen eingesetzt werden,
die keine aureichende Fläche für einen Schröpfkopf bieten, wie dies häufig an Armen und Beinen der Fall ist.
Wirkungen des Schröpfens
Trockenes Schröpfen besitzt meiner Meinung nach eine ganze Reihe wohltuender Wirkungen:
- Schröpfen verbessert die Durchblutung der Haut und hilft damit auch bei Blutstagnation.
- Schröpfen verbessert den Stoffwechsel und damit die Regenerationsfähigkeit.
- Schröpfen hilft insbesondere bei chronischen Störungen.
- Durch Schröpfen erscheint die Haut strahlender und frischer.
- Schröpfen stimuliert die Durchblutung der darunterliegenden Muskeln und hilft damit auch bei Muskelsteifigkeit.
- Schröpfen verbessert dadurch den Abfluß von Schlacken und Lymphe.
- Schröpfen hilft ähnlich wie eine Eigenblut-Therapie bei Autoimmun- und bei entzündlichen Prozessen.
- Schröpfen verbessert die Absonderung von Gelenkflüssigkeit und ist so hilfreich bei Gelenkrheuma.
- Schröpfen stimuliert den „mittleren Erwärmer”, d.h. die inneren Organe und die Verdauungsbewegungen.
- Schröpfen verbessert dadurch die Verdauung und hilft so bei chronischer Gastroenteritis oder Obstipation.
- Schröpfen verbessert den Kreislauf und die Blutzusammensetzung.
- Schröpfen wirkt ausgleichend auf das Nervensystem.
- Dadurch hilft Schröpfen auch bei Ängsten, Sorgen, Hypertonie, körperlichen Schmerzen, Neuralgien oder Rheuma.
- Schröpfen arbeitet ohne toxische Nebenwirkungen und ist nicht nur daher ein einfach sicheres Verfahren.
Als Begleitung zu einer schulmedizinischen Behandlung bewirkt das Schröpfen
eine Verkürzung der Behandlung,
eine Verringerung von Rezidiven,
eine Vorbeugung gegen Komplikationen,
eine Stärkung der Abwehr,
eine niedrigere Dosierung von Medikamenten
und damit auch eine Reduzierung der Nebenwirkungen dieser Medikamente.
Ähnliche Wirkungen wie das Schröpfen hat auch das
trockene Reiben auf der Haut -
„Gua Sha”.
Unwirksam ist m.E. das Schröpfen nur bei Symptomen,
die sich durch Kälte verbessern, und bei neurasthenischem Syndrom.
Wirksam ist es aber bei vegetativer Dystonie, wodurch sich mit Hilfe des Schröpfen diese letzten beiden Bilder unterscheiden lassen.
Nicht geschröpft werden darf auf Stellen unter denen ein Tumor oder Tuberkulose liegt.
Schröpf-Behandlungsablauf
Ich (
Heilpraktiker Kujaw, Darmstadt)
benutze zum Schröpfen in meiner Heilpraxis Kunststoffschröpfköpfe mit Ventil und Saugpumpe,
da die Schröpfbehandlung mit einer Saugpumpe ermöglicht,
daß der Patient bestimmt,
wie stark der Unterdruck sein darf.
Außerdem ist die Handhabung einfacher und sicherer als das Schröpfen mit offener Flamme und Schröpfglas.
Zuerst werden eine günstige Behandlungshaltung des Patienten und der Hautbereich (häufig mit Hilfe der Head-Zonen),
der geschröpft werden soll, ausgewählt.
Falls die Haut des Patienten sehr trocken ist,
wird vor dem Schröpfen die Haut an der betreffenden Stelle mit wenig Öl eingerieben.
Dann wird der Schröpfkopf aufgesetzt und der Unterdruck aufgebaut.
Je nach Alter und Konstitution des Patienten verbleibt der Schröpfkopf zwischen einer und 20 Minuten auf der Haut.
Am Ende einer Schröpfbehandlung ruht der Patient sich noch einige Minuten aus.
Nach einer Schröpfbehandlung entstehen bei Anwendungen mit starkem Unterdruck je nach Konstitution des Patienten
Rötungen und Petechien (kleine Einblutungen in der Haut).
Wenn länger mit starken Unterdruck geschröpft wurde,
können diese Petechien bis zu ein bis zwei Wochen sichtbar bleiben
und haben dabei m.E. auch gleich noch die Wirkung einer Eigenblut-Therapie.
Eine Schröpfbehandlung ist daher aufgrund der sichtbaren Hautverfärbungen kurz vor einem Badeurlaub nicht zu empfehlen.
Ventral verschobener Wirbel
Ein ventral verschobener Wirbel kann meiner Meinung nach fast immer durch eine Schröpfbehandlung korrigiert werden
(Ausnahme sind meist die unteren Lendenwirbel).
Ein ventral verschobenen Wirbel ist ein Wirbel,
der zur Bauch- und Brustseite nach vorne verschoben ist.
Das Schröpfen erfolgt an der betreffenden Stelle am Rücken
mit einem großen Schröpfkopf und sehr starkem Unterdruck über eine Dauer von 10 bis 15 Minuten,
wobei begleitend der umgebende Bereich durch Massage gelockert wird.
Das Schröpfen eines ventral verschobenen Wirbels ist eine hervorragende Ergänzung zur
Dorn-Wirbelsäulentherapie,
da mit der Dorn-Methode allein ein ventral verschobener Wirbel kaum behandelt werden kann.
Blutiges Schröpfen
Beim blutigen Schröpfen (chinesisch „Xue Guan Fa”) oder auch nassem Schröpfen wird die Haut angeritzt,
bevor dann anschließend der Unterdruck auf die betroffene Stelle ausgeübt wird.
Durch blutiges Schröpfen wird an der betreffenden Stelle ausgeleitet.
Auch Eiter aus Furunkeln oder aus Karbunkeln oder Krampfadern und geplatzte Äderchen
können m.E. durch blutiges Schröpfen entfernt werden.
Eine ähnliche Wirkung wie das blutige Schröpfen hat die Anwendung von Blutegeln (mit lokaler Wirkung) oder der Aderlaß (mit genereller Wirkung).
Ich selbst (Heilpraktiker Kujaw, Darmstadt)
verwende in meiner Heilpraxis kein blutiges Schröpfen,
da es einerseits zu einer Narbenbildung kommt und Narben Störfelder bilden können
und andererseits das blutige Schröpfen durch die
Münzmassage - Gua Sha -
oder durch Schröpfkopfmassage
ersetzt werden kann.
Letzte Änderung der Schröpfen-Heilpraktiker-Darmstadt-Seite: 4.7.2008
Ist's erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht?
(Lk 14,3b)
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